Wohnungslosigkeit darf kein Dauerzustand werden

Zum 31. Januar 2026 waren in Hessen 26.455 Menschen wegen Wohnungslosigkeit in Not- und Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Nicht eingerechnet sind Menschen, die auf der Straße leben oder vorübergehend bei Freunden und Verwandten unterkommen. Für viele ist die Notunterkunft längst nicht mehr eine kurzfristige Übergangslösung: Vor allem Kinder, Jugendliche und Frauen leben teilweise über Jahre in solchen Unterkünften.
Die Diakonie Hessen fordert in einer aktuellen Pressemitteilung deshalb ein entschlosseneres Vorgehen gegen Wohnungsnot. Entscheidend sind mehr bezahlbarer und sozialer Wohnraum, eine bessere Prävention von Wohnungsverlusten und Maßnahmen, die verhindern, dass die Mietkosten Menschen aus ihren Wohnungen verdrängen.
Denn Wohnungslosigkeit ist nicht einfach ein individuelles Schicksal. Sie entsteht auch als Folge struktureller Probleme. Und sie lässt sich verhindern und überwinden.
Die Innere Mission Frankfurt ist Mitglied der Diakonie Hessen und unterstützt diese Positionen. Sie engagiert sich mit ihren Angeboten der Sucht- und Wohnungslosenhilfe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Ein Beispiel ist das Howard-Philipps-Haus im Frankfurter Nordend. Dort finden wohnungslose und haftentlassene Männer ein Zuhause auf Zeit und Hilfe bei ganz konkreten Fragen – von der gesundheitlichen Versorgung und finanziellen Problemen bis hin zur Suche nach einer eigenen Wohnung. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Vergangenheit eines Menschen, sondern die Chance, das eigene Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.
„Wohnungslosigkeit darf nicht zum Dauerzustand werden“, sagt Jolande Schemmerling, Leiterin des Howard-Philipps-Hauses. Dafür brauche es engagierte Sozialarbeit, genügend Wohnraum zu bezahlbaren Mieten und eine Gesellschaft, die jedem Menschen mit Würde, Respekt und Offenheit begegnet.
Denn ein Zuhause ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Es ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben.









































