Wie können wir dafür sorgen, dass Menschen auch im Alter gut versorgt und fest in die Gemeinschaft eingebunden bleiben? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion am 27. Oktober im Bürgerhaus Schwalbach. Mit dabei war Pfarrerin Clarissa Graz, Theologische Vorständin der Inneren Mission Frankfurt.
Pflege betrifft uns alle – nicht nur dann, wenn wir selbst oder Angehörige Unterstützung benötigen. Wie sich die Verantwortung dafür auf viele Schultern verteilen lässt, wurde bei der Veranstaltung „Pflege – Deine, meine, unsere Verantwortung“ diskutiert. Dazu hatten die Evangelische und die Katholische Kirche eingeladen.

(c) Nora Hechler, Evangelisches Dekanat Kronberg
Clarissa Graz stellte die Bedeutung menschlicher Beziehungen in den Mittelpunkt. Wenn wir unsere Pflegeeinrichtungen stärker mit dem umliegenden Quartier vernetzen, können Orte entstehen, an denen sich Menschen unterschiedlicher Generationen begegnen, Kontakte knüpfen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Auch die Zukunft des Pflegeberufs liegt uns am Herzen. Als Trägerin der Pflegeschule BiZeP wollen wir junge Menschen nicht nur für die Pflege gewinnen, sondern ihre Motivation und Begeisterung langfristig stärken.
Dass es bei guter Pflege um weit mehr als finanzielle und organisatorische Fragen geht, zeigte sich auch in den weiteren Diskussionsbeiträgen. Der Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio von der Universität Freiburg warb dafür, die Bedürfnisse aller Beteiligten ernst zu nehmen. Besonders wichtig sei es, ältere Menschen als wertvollen Teil der Gesellschaft wahrzunehmen und zugleich diejenigen nicht zu vergessen, die täglich Pflege leisten.
Ute Stettner aus dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege richtete den Blick auf das unmittelbare Lebensumfeld. Nachbarschaftliche Netzwerke und soziale Angebote können dazu beitragen, Menschen frühzeitig zu unterstützen. Das Land Hessen fördert entsprechende Projekte. Auch vorbeugende Maßnahmen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Wie viel Verantwortung Pflegekräfte im Alltag übernehmen, machte Poetry-Slammerin und Medizinstudentin Leah Weigand deutlich. Mit ihren Erfahrungen aus der Praxis zeigte sie, wie nah Pflegekräfte Menschen in entscheidenden Lebenssituationen kommen – und wie sehr Zeitdruck und Personalmangel ihre Arbeit erschweren. Umso wichtiger sei es, dem Beruf mit echter Anerkennung statt mit Mitleid zu begegnen.
Die von Rundfunkmoderator Werner Schliericke geleitete Diskussion zeigte: Eine Gesellschaft, in der Menschen auch bei Pflegebedürftigkeit gut leben können, braucht mehr als professionelle Versorgung. Entscheidend sind ebenso Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Veranstalter waren das Evangelische Dekanat Kronberg, die Katholische Erwachsenenbildung Main-Taunus, die Katholische Region Taunus, die Regionale Diakonie Main- und Hochtaunus sowie der Caritasverband Taunus.








































